Was würde Jesus im 21. Jahrhundert predigen? Wer wären seine Jünger?

In dem Bibelfilm „Das Neue Evangelium“ (2020, 103 Min.) geht der Schweizer Theaterregisseur Milo Rau genau diesen Fragen nach. Als Drehort wählte er das süditalienische Matera, das auch als Setting für die berühmten Bibelfilme von Pasolini und Mel Gibson bekannt ist. In Milo Raus Film begegnet uns Jesus allerdings auf sehr ungewohnten Pfaden. In „Das neue Evangelium“ sieht man nicht nur die biblischen Geschehnisse, sondern auch dokumentarische Szenen aus der aktuellen italienischen Flüchtlingswirk-lichkeit, und man bekommt Einblicke hinter die Kulissen der Produktion. 

Für Raus "Neues Evangelium" war die Frage ausschlaggebend, wer oder was Jesus heute sein könnte, was er sagen, mit wem er sich umgeben, wofür er eintreten und womöglich sogar sterben würde. Die Antwort darauf ist sein Protagonist, der politische Aktivist Yvan Sagnet, geboren 1985 in Kamerun, "der erste schwarze Jesus der europäischen Filmgeschichte". Sagnet hat in Italien studiert und Erfahrungen als Erntehelfer gesammelt, gegen deren Ausbeutung er kämpft, im Leben wie im Bibelfilm. 2011 war er eine treibende Kraft beim allerersten Streik, den Feldarbeiter mit Migrationshintergrund in Italien organisierten, er hat darüber auch ein Buch geschrieben. 2017 wurde er mit dem Verdienstorden der Italienischen Republik geehrt. 2025 war Yvan Sagnet beim Filmabend „The Pickers“ zu Gast in Coesfeld und berichtete auf beeindruckende Weise von dem mafiösen Ausbeutungssystem „Caporalato“.

Ort: Cinema Coesfeld, Holtwicker Str. 2
Zeit: 24. 3. 2026    19.30 Uhr       Ticket: 8 €
Veranstalter: „Fair Gehandelt“ Laden und Ghanakreis MEF, St. Lamberti       

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